Kirchgemeinde Weixdorf mit Hermsdorf und Grünberg | kg.weixdorf@evlks.de
+ Ev. Luth. Kirchgemeinde Weixdorf

 

Unsere Kirchenecke 

           Die Kirchgemeinde Weixdorf lädt ein

 

 

 

Sonntag, 10.12.: 2. Advent   9.30 Uhr Familiengottesdienst

Sonntag, 17.12.: 3. Advent   9.00 Uhr Gottesdienst in Grünberg

 

Herzliche Einladung zu den Adventsandachten jeweils Montag bis Freitag 19.30 Uhr
in der Woche nach dem 1. Advent in der Kirche Grünberg und
in der Woche nach dem 2. und 3. Advent in der Brauthalle der Kirche Weixdorf

 

Liebe Leserinnen und Leser,
Ist Wartezeit – eine verlorene Zeit?
Das ist die Frage, über die ich mit Ihnen heute nachdenken möchte. Wer von uns kennt nicht die Freude: Ich stehe im Supermarkt in einer langen Schlange vor der Kasse. Plötzlich wird eine neue Kasse geöffnet und ich stehe so günstig, dass ich als Erster an der neuen Kasse bin. Ein kleiner Sieg im geschäftigen Alltag: "Ich konnte die Wartezeit abkürzen."

Ist das Lebensgefühl nicht oft so, als müsste ich ein Rennen gewinnen und als erste durchs Ziel gehen? Ist der Zug der Zeit schon abgefahren? Habe ich etwas verpasst, wieder nicht alles mitbekommen und steh da herum und warte? Ist Wartezeit wirklich eine unnütze Zeit, eine verpasste Gelegenheit, oder sollte ich auf dem Handy schnell noch nach eingegangenen Nachrichten schauen? Mitten in der Adventszeit werde ich wieder einmal daran erinnert, dass wir alle Wartende sind.

Wir werden daran erinnert, dass wir auf Jesus warten, darauf, dass er wiederkommt. Vielleicht kann mancher überhaupt nichts mehr damit anfangen: "Warten auf Jesus"? Das ist doch alles leeres Gerede. Wer will schon Warten, heute geht alles sofort. Wer wartet, verliert. Es ist eben ein Verlust, - eine Zeitverschwendung, - eine Fehlplanung.

Dabei ist die Bedeutung des Wortes "Warten" durchweg positiv zu betrachten. Das Wörterbuch zeigt uns Erstaunliches: Neben der Bedeutung des "Erwartens", nach Jemandem ausschauen, finden wir noch eine andere Bedeutung: Warten, im Sinne von "wahren", “seinen Blick auf etwas richten“, „etwas oder Jemanden pflegen". Wir können das Auto warten und pflegen. Freundschaften, Angehörige pflegen. Besonders sollten wir aber Augenmerk auf uns selber legen, uns selber pflegen und warten, indem wir unsere geschenkte Zeit intensiv genießen. Kein hektisches Rennen nach Konsumartikeln. Den Motor mal auf Langsam drehen, so wie die Natur uns das auch zeigt. Still und langsamer werden. Eine Sammlung für unsere Nerven und unsere körperlichen Kraft. Wir werden in dieser „Wartezeit“ fit gemacht für kommende Belastungen, - wenn wir unsere „Wartezeiten“ nutzen, sie mit dem richtigen Blickwinkel ausfüllen. Wartezeiten sind auf keinen Fall verlorene Zeiten. Warten ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit Nichtstun. Sondern es hat damit zu tun, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Warten ist erfüllt mit Aktivitäten, die meine Aufmerksamkeit auf das Erwartete oder den zu Erwartenden richten.

Wartezeit - verlorene Zeit? Wir werden in diesen Tagen öfters warten müssen und in der einen oder anderen Schlange anstehen. Viele Menschen wünschen sich Veränderung, aber warten will keiner. Doch das Warten gehört dazu. Die Bibel sagt, wenn wir Geduld lernen, werden wir schließlich tiefe Zufriedenheit erfahren und keinen Mangel leiden. Auch unsere Beziehung zu Gott wird sich ständig weiterentwickeln. Wir lernen, IHM immer mehr zu vertrauen, wenn wir wiederholt Situationen erleben, bei denen wir länger warten müssen, als uns lieb ist.

Richten wir doch unsere Aufmerksamkeit auf ein freundliches Wort, eine hilfreiche Geste, ein Verzeihen. Wer freut sich nicht über geschenkte Zeit, Zuneigung für Jemanden, der krank oder alt ist, und für Verständnis und Liebe in den Familien. Wartezeit ist eine geschenkte segensreiche Zeit. Wartezeiten dürfen Zeiten sein, in denen wir uns immer wieder auf das Eigentliche besinnen. Auf das Kind in der Krippe. Ein Geschenk, das Gott für Jeden bereit hält.

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue.

Galater 5,22

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Ulrich Stoll