Kirchgemeinde Weixdorf mit Hermsdorf und Grünberg | kg.weixdorf@evlks.de
+ Ev.- Luth. Kirchgemeinde Weixdorf

 

 Unsere Kirchenecke

 Die Kirchgemeinde Weixdorf lädt ein

 

 

Sonntag, 23.09.    10.30 Uhr Erntedankgottesdienst mit Taufgedächtnis, Kinder-

                                                gottesdienst

Sonntag, 30.09.      9.30 Uhr Gottesdienst, Kindergottesdienst, Kirchenkaffee

 

Erntedank 2018

 

Ein Bauer hatte eine reiche Ernte eingefahren. Als tüchtiger Agrarökonom wollte er die Rekorderträge gut verwahren. Er baute noch mehr Getreidesilos, als er schon hatte. Neue Kühlhäuser gab er in Auftrag. Damit schaffte er neue Arbeitsplätze. Kein Getreide sollte ins Meer geschüttet werden, um Kaufpreise hochhalten zu können. Lange sollte die Ernte vielen zugute kommen. Diesem weitsichtigen vernünftigen Landwirt gebührt eine Auszeichnung. Und das zu Recht. So denken wir. Doch Gott sagte zu diesem Mann: „Du Narr! - Was nützt dir alles Horten, wenn du heute Nacht sterben wirst.“ –

Was ist denn das für eine unglaubliche Geschichte? Wer kann das verstehen? - Solche Beispiele, direkt aus dem Leben gegriffen, erzählte Jesus oft. Dabei überspitzte er gern, um mit solch einem Gleichnis etwas Entscheidendes bewusst machen.

Nicht die Mühe um den Erhalt von Lebensmitteln wollte Jesus in Frage stellen. Nein, aber ein schwerwiegendes Defizit im Leben des Landwirtes, das ließ ihm keine Ruhe. Der Bauer feierte kein Erntedankfest. – Bei allen Anstrengungen und bei aller Betriebsamkeit verlor er das Gefühl für Freude, die Lust zum Feiern, und vor allem die Dankbarkeit.

Das kennen wir doch. Wir mühen uns sehr um eine materielle Absicherung. Bei manchen ist es auch der Weg zur Karriere. Oft bleiben dabei wichtige Dinge des Lebens außer Acht. Mehr und mehr schlafen Kontakte und Beziehungen ein. Der Mensch verarmt. Die Seele bleibt auf der Strecke. Die alleinige Sorge um Besitz und Vorankommen macht einsam. Was wird bleiben, wenn gar einmal das Leben zu Ende geht? Ohne Freunde, ohne Gott, was ist das für ein Leben? Deshalb ist der clevere Bauer in den Augen Gottes ein „Narr“, einer, der sein Leben auf falsche Sicherheit setzte.

Ich denke bei dieser Geschichte an die Erntefeste, die hierzulande an vielen Orten begangen werden – Essen, Trinken, Musik und Tanz. Das macht schon Spaß. Da kommt Stimmung auf. Und doch fehlt dabei oft etwas ganz Wichtiges. Trotz der großen Hitze und Trockenheit in diesem Jahr haben wir jeden Tag genug zu Essen. Doch wo bleibt der Dank dafür?

Erntedankfest – in den Kirchgemeinden werden die Kirchen geschmückt mit Obst und Früchten, Erntekronen und vielen Blumen. Ja sogar in Coswig wird das Landeserntedankfest Sachsens groß gefeiert. An das Danken werden wir somit ganz bewusst erinnert. Und das ist gut so.

Die Mühen in der Landwirtschaft – es ist schon eine Knochenarbeit. Die Arbeit der Bäcker, der Fleischer, der Verkäuferinnen im Supermarkt und in den Obst- und Gemüsegeschäften, das Schaffen der Köche, der Winzer und Bierbrauer. Ein Dankeschön an alle, die mit ihrem Einsatz für unser tägliches Essen sorgen.

Doch vor allem auch Dank an den, der für unser Leben sorgt – für unser täglich Brot. Das Wachsen der Pflanzen und der Früchte - die Mittel zum Leben. Wir haben sie. Das ist nicht selbstverständlich. Die Hungernden in der Welt erinnern uns daran.

„Ein einziger Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.“ So hat es Gotthold Ephraim Lessing auf den Punkt gebracht.

„Wir danken dir, Herr, denn du bist sehr freundlich und deine Güte währet ewiglich.“ Mit solchen Gedanken und Gebeten bleiben wir verbunden mit dem, der für uns jeden Tag sorgt.

In diesem Sinne - stets einen guten Appetit und ein dankbares Herz.

Ihr Pfr.i.R. Johannes Affolderbach