Kirchgemeinde Weixdorf mit Hermsdorf und Grünberg | kg.weixdorf@evlks.de
+ Ev.- Luth. Kirchgemeinde Weixdorf

 

 Unsere Kirchenecke

 Die Kirchgemeinde Weixdorf lädt ein

  

Sonntag, 04.11.    9.30 Uhr Gottesdienst, Kindergottesdienst, Kirchenkaffee

Sonntag, 11.11. 16.00 Uhr Familiengottesdienst zum Martinsfest

Sonntag, 18.11.    9.00 Uhr Gottesdienst, Kindergottesdienst in Grünberg

Mittwoch, 21.11. Buß- und Bettag   9.30 Uhr Gottesdienst, Kindergottesdienst in Langebrück

 

Heimat

Dieser Begriff wird in jüngster Zeit wieder sehr wichtig genommen: Inzwischen haben wir in unserer derzeitigen Regierung auch ein Ministerium des Innern, für Bau und Heimat. Über die Medien hören wir von den vielen, die aus ihrer Heimat flüchten oder vertrieben werden, die ihre Heimat aufgeben in der Hoffnung auf ein besseres Leben in der Fremde. Heimat – das ist für uns da, wo wir „Guten Tag“ sagen, da wo unser Zuhause ist, unsere Freunde und Bekannten sind, da wo die Kirche im Dorf steht. Heimat ist auch Sehnsuchtsort und etwas, dass uns Sicherheit gewährt.

Heimat - das war das Thema des Gottesdienstes am 30. September in unserer Weixdorfer Kirche. Da kamen ganz verschiedene Seiten von Heimat zur Sprache: Heimat als Gegend, als Erinnerung an den Garten Eden, als Baum, der Schatten in der Hitze des Sommers spendet. Unsere gewohnte Umgebung kann sich auch deutlich ändern: Durch Umzug in eine andere Stadt, einen neuen Arbeitsplatz, eine Trennung, die Notwendigkeit, sich eine neue Existenz aufzubauen. Am Beispiel Abrahams, der sich auf die Wanderung in ein neues, verheißenes Land befindet, haben wir gelernt, dass er seine Sicherheit in der Beziehung zu Gott - in seinem Glauben - mit sich trägt und dass er in der Fremde auch Mitglaubende und damit Heimat findet. Auch von Joseph – dem Lieblingssohn Jakob-Israels – haben wir gehört: Er wird aus der heimatlichen Familie hinaus in die Fremde als Sklave verkauft – ein Sturz ins Bodenlose. Doch Joseph hält fest an der Beziehung zu seinem – unserem – Gott und findet mit seiner Hilfe in der Fremde Ägyptens eine neue und wichtige Aufgabe. Eine, die es ihm erlaubt, auch für seine Herkunftsfamilie heimatstiftend zu sein und ihr Sicherheit in harten Notzeiten zu geben.

Und es ging auch um den verlorenen Sohn: Einer der auszieht, all sein Vermögen verprasst und sich dann, als er sozial ganz unten ist, an sein Vaterhaus erinnert und zurückkehrt. Er weiß, dass er keinerlei Rechte an diesem Zuhause und „alles falsch gemacht“ hat. Doch der Vater nimmt ihn in Liebe und als Sohn auf. Der ältere Bruder, der immer seine Pflicht tat und den väterlichen Hof am Laufen hielt, ist von der Großzügigkeit seines Vaters wenig begeistert. Die geschilderte Situation zwischen den Brüdern in dieser Geschichte erinnert an den Riss in unserer Gesellschaft, hier in Deutschland und Europa: Da kommen viele Migranten, die noch nichts in unsere Sozialsysteme eingebracht und eine andere Kultur haben. Und wir, die wir in unserer Heimat aufgewachsen sind, müssen uns zwischen der großzügigen „heimatstiftenden“ Haltung des Vaters und der des älteren Bruders, die man mit “nur wer schon immer dabei war, gehört hierher“ charakterisieren kann, entscheiden.

In einem Anspiel im Gottesdienst wurde an all die Tränen und das Leid und die vielen Toten im Zusammenhang mit Vertreibung und Flucht und Überfahrt über das Mittelmeer erinnert. Tränen, Leid, Schmerzen und das Sterben wurden symbolisch als blaue, rote und schwarze Tücher ans Kreuz gebracht. Insgesamt möchte dieser - vom Männerkreis gestaltete – Gottesdienst Mut machen, im Vertrauen auf Gottes Hilfe mit den Veränderungen und Herausforderungen des Lebens umzugehen und aufmerksam und hilfsbereit denen gegenüber zu sein, die aus ihren bisherigen Sicherheiten und ihrer Heimat herausgefallen sind.

Wir laden als Männerkreis herzlich zu einem Männerstammtisch in der Goge am 15. November 2018 ein. Ab 20 Uhr wird Simon Leistner von den Christlichen Motorradfahrern Sachsen eV. zu dem Thema „ Zwischen Bibel und Benzin“ referieren.

Gottfried Kurz